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Ein Girokonto hat jeder und selbst kostenlose Girokonten sind heute keine Seltenheit mehr. Bereits seit längerer Zeit bewerben immer mehr Banken das Angebot eines kostenlosen Girokontos, bei dem weder laufende Kosten noch Gebühren für Überweisungen anfallen. Gerade bei solchen Angeboten sollte man aber einen genauen Blick in die Konditionen werfen, denn obwohl diese Konten an sich kostenlos sind, ist dies in den meisten Fällen an gewisse Bedingungen geknüpft. So verlangen viele Banken einen regelmäßigen Geldeingang, der heute in vielen Fällen bei 1.250 Euro oder mehr pro Monat liegt. Andere Banken fordern sogar explizit dass das Girokonto als Gehaltskonto genutzt wird, was bedeutet dass das Konto nur dann kostenfrei bleibt, wenn auch die monatlichen Gehaltszahlungen auf diesem Konto eingehen. Dafür bieten heute aber sogar die ersten Banken bereits monatliche Gutschriften wenn diese Bedingungen erfüllt werden. Die Commerzbank zum Beispiel bietet ihr Girokonto nicht nur kostenlos an, jeden Monat erfolgt darüber hinaus sogar eine Gutschrift von einem Euro, nicht viel, aber immerhin. Interessanter sind allerdings die mittlerweile gebotenen Zinsen auf vielen Girokonten, wobei auch hier wieder die Besonderheiten zu beachten sind. Zum einen sind die beworbenen Zinsen in den meisten Fällen zeitlich begrenzt. Nur wenige Banken die einen interessanten Zinssatz bieten, legen sich hierbei auf eine Dauer von mehr als sechs Monaten fest, in der Regel ist diese Zeit sogar noch deutlich kürzer. Nach Ablauf dieser Frist fallen die Zinsen auf das Guthaben des Girokontos erheblich geringer aus. Auch wird nur in den wenigsten Fällen tatsächlich das Guthaben auf dem Girokonto direkt verzinst. Zwar wird in der Werbung für ein Girokonto und entsprechende Zinsen geworben, in der Realität sieht dies dann aber völlig anders aus. Entweder werden die Zinsen auf das Guthaben eines dazugehörigen Kreditkartenkontos gewährt, was voraussetzt dass man bei der Kontoeröffnung auch eine unter Umständen mit Kosten verbundene Kreditkarte bestellt oder aber die Verzinsung erfolgt auf einem Tagesgeldkonto, welches bei der Eröffnung des Girokontos mit eröffnet werden muss. Beide Varianten führen dann aber dazu dass keineswegs das auf dem Girokonto befindliche Guthaben verzinst wird, sondern nur jenes das auf das jeweilige andere Konto überwiesen wird. Ist dann die Anzahl der möglichen kostenlosen Überweisungen pro Monat auch noch begrenzt, so können durch das ständige hin und her überweisen sogar noch zusätzliche Kosten entstehen, auf jeden Fall wird einem dies bereits nach relativ kurzer Zeit zu Mühsam sein oder man vergisst es einfach, so dass die möglichen Zinsen nicht mehr in Anspruch genommen werden. Ein solches Girokonto kann also durchaus eine sinnvolle Sache sein, besonders wenn man ständig über ein gewisses Guthaben auf dem Girokonto verfügt und dieses zu einem attraktiven Zinssatz arbeiten lassen möchte. Verfügt man jedoch bereits über ein zufriedenstellendes Girokonto, so muss man nicht zwingend die Hausbank wechseln um auch in den Genuss von attraktiven Zinsen zu kommen. Der einfachere Weg wäre hier einfach ein separates Tagesgeldkonto zu eröffnen um dann die anzulegenden Reserven dorthin zu überweisen, denn die gebotenen Tagesgeldzinsen auf einem solchen separaten Tagesgeldkonto fallen im Schnitt noch etwas höher aus, als jene auf heutigen Girokonten.
Name: Alexander Bertram E-Mail: artikel@netnut.de
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