|
|
|
|
|
Gesehen: 2830
Bewertungen: 0
|
|
Noch sind die Rahmenbedingungen für den im Vergleich zu Holz noch wenig genutzten Brennstoff Getreide nicht die Günstigsten: Getreide gilt für kleine Kessel bis 100 kW Feuerungswärmeleistung im Gegensatz zu Holz und Stroh nicht als regulärer Brennstoff. Das bedeutet, dass es in diesen Anlagen nicht verbrannt werden darf, es sei denn, der Betreiber erhält eine spezielle Genehmigung, für die bislang erst in wenigen Bundesländern Regelungen existieren. Der Grund für die strengere Behandlung liegt in den Verbrennungseigenschaften von Getreide. Bei herkömmlicher Anlagentechnik können erhöhte Kohlenmonoxid- und Staubkonzentrationen auftreten, zudem besteht aufgrund des niedrigen Ascherweichungspunktes die Möglichkeit der Verschlackung von Kessel und Wärmetauschern. Generell nimmt das wirtschaftliche Interesse der Landwirtschaft zu, Getreide zur Energiegewinnung zu nutzen. Dabei spielen die steigenden Energiekosten, die niedrigen Getreide-Preise sowie die rechtlichen Hintergründe eine Rolle. Die TA Siedlungsabfall verbietet seit 2005 eine Deponierung von Abfall-Getreide und die EU-Verordnungen RL 2002/32/EG und RL 2005/38EG untersagen die Verfütterung von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide. Anbauseitig hat die EU die Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Getreide und Raps bereits geschaffen, beide dürfen auf Stilllegungsflächen für den Nichtnahrungsbereich produziert werden. Doch so lange die emissions- und genehmigungsrechtlichen Hürden existieren und am Markt noch keine ausgereiften technischen Lösungen zur Getreideverbrennung vorhanden sind, steht der Durchbruch für den Biobrennstoff noch aus. TLL und IE wollten nun mit der Bereitstellung wissenschaftlicher Fakten zur Klärung in diesem Bereich beitragen. Ziel des von 2003 bis 2005 durchgeführten Forschungsprojektes war es, festzustellen, ob vorhandene und neu entwickelte, auf die schwierigen pflanzlichen Brennstoffe optimierte Heizkessel in der Lage sind, geforderte Grenzwerte einzuhalten. Dazu wurden im schwerpunktmäßig Kessel mit einer Leistung bis 100 kW Feuerungswärmeleistung mit Weizen-, Roggen-, Gerste-, Hafer-, Triticale- und Rapskörnern befeuert und die dabei entstehenden Emissionen gemessen. Zusätzlich wurden auch Pellets aus Stroh und Ganzpflanzengetreide untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass einige Kessel die Grenzwerte der 1. BImSchV einhalten können und die modernste Anlagentechnik bei Kohlenmonoxid und Staub sogar im Bereich der deutlich strengeren TA-Luft-Grenzwerte liegt.
Das Fazit der Forschung lautete: Zwar sind noch weitergehende Forschungsaktivitäten nötig, doch die Emissionen von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen sind aufgrund der bereits vorliegenden Ergebnisse durchaus mit denen von Brennstoffen wie zum Beispiel Holz vergleichbar.
Quelle: www.fnr.de
|