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Was hilft gegen Graffitis?

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Das Wort Graffitis hört sich an wie eine Krankheit. Es handelt sich jedoch um meist hässliche Schmierereien an Häuserwänden. Ein umweltfreundlicher Schutzanstrich aus nachwachsenden Rohstoffen könnte Bauwerke zukünftig vor den optischen Duftmarken schützen. Dies ist das Ergebnis eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Vorhabens beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Potsdam-Golm (IAP).

Graffitis sind oft kreativ und künstlerisch wertvoll, auf der eigenen Hausfassade aber unerträglich. Lösungsansätze des Problems gab es einige, auch sie waren jedoch mit Nachteilen verbunden. Während synthetische schmutzabweisende Beschichtungen die Atmungsaktivität des Mauerwerks blockten, nahm bei der Bearbeitung mit dem Sandstrahlgebläse auch die Fassade Schaden. Der Anti-Graffiti-Anstrich des IAP arbeitet daher nach einem ganz anderen Prinzip.

Hier wird ein atmungsaktiver polymerer Schutzfilm aus Grundierung und Deckschicht auf die Fassade aufgebracht. Die wasserlösliche und quellbare Grundierung wird dabei von der wasserunlöslichen, aber wasserdampfdurchlässigen Deckschicht geschützt. Erst im Ernstfall zeigt die Grundierung ihre Qualitäten. Rückt man den Graffitis dann nämlich mit dem Dampfdruckreiniger zu Leibe, quillt die Grundschicht auf und lässt sich mitsamt der Farbe von der Fassade absprühen.

Die Hauptarbeit der Golmer Forscher bestand darin, für beide Schichten die richtigen Zusammensetzungen zu finden. Denn das entscheidende Element ihrer Beschichtung ist ein Polyelektrolytsystem, durch das die unterschiedlich geladenen Schichten miteinander verbunden sind. Während für die Grundierung anionische Polymere wie Carboxymethylcellulosen und Stärkederivate erprobt wurden, griff man für die Deckschicht auf Chitosan zurück.

Erste Tests zeigten, dass der Schutzfilm auch nur dann funktioniert, wenn er zum Untergrund passt. Egal ob Fliesen, Klinker, Sandstein, Eternit oder Wärmedämmverbundsysteme, für die wichtigsten Oberflächen stehen die Rezepturen inzwischen bereit. Zusammen mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) suchen die Wissenschaftler in Golm nun nach einem Industriepartner, der Herstellung und Vertrieb der patentgeschützten Produkte übernimmt.
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