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Handball ist eine vergleichsweise junge Sportart. Als Geburtsjahr gilt das Jahr 1917, entstanden ist es in Deutschland. Der begeisterte Sportler Max Heiser legte in diesem Jahr die ersten Regeln für ein Ballspiel fest, für das sich der Name Handball eingebürgert hat. Zwischen Deutschland und Österreich fand das erste Länderspiel statt, zu dieser Zeit noch auf einem Feld, nicht in einer Halle. Das erste Länderspiel in einer Halle gab es 1935 zwischen Dänemark und Schweden.
Bei den Olympischen Spielen von Berlin im Jahr 1936 war Handball erstmals olympische Disziplin. Gespielt wurde es aber auch hier nicht in einer Halle, sondern auf einem Fußballfeld. Feldhandball war in diesen frühen Jahren des Handballsports die am meisten praktizierte Variante.
Erstaunlicherweise gehörte Handball in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht mehr zu den Olympischen Spielen. Erstmals war dies 1972 in München wieder der Fall. Die erste Goldmedaille im Handball nach dem Zweiten Weltkrieg ging an Jugoslawien. Für Frauen ist Handball seit den Spielen von Montreal 1976 olympische Disziplin.
Wenngleich Handball erst im Zwanzigsten Jahrhundert entstand, so bezieht es sich doch auf Vorläufer, die bis in die Antike reichen. Diese haben sogar Einzug in eines der größten literarischen Werke der Weltgeschichte gefunden. Homer berichtet in seiner „Odyssee“, die er im Achten Jahrhundert vor Christus verfaßte, von einem mit Händen praktizierten Ballspiel der Griechen, das Urania hieß.
Der römische Arzt Claudius Galenus, der von 130 bis 200 lebte, beschrieb ein Ballspiel der Griechen, das den Namen Harpaston trug. In Rom gehörte es unter dem Namen Harpastum bis ungefähr 500 zu einem der populärsten Ballspiele. Im Prinzip ähnelte es einer Mischung aus Rugby und Handball, bei dem sich die Spieler regelmäßig sehr harte Zweikämpfe lieferten. Aufgabe der Spieler war es, den Ball hinter die gegnerische Grundlinie zu bringen, wobei der Ball aus der Luft gefangen werden durfte, aber auch mit der Hand geworfen oder geschlagen werden konnte. Als Ball benutzte man zu dieser Zeit eine Schweinsblase, die man in heißer Asche wälzte. Dadurch wurde sie weich, so daß sie aufgeblasen und dehnbar gemacht werden konnte.
Dr. Josef Reindl info(at)agentur-dr-reindl.de
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