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Die ersten Taschenuhren wurden nachweislich von dem Nürnberger Uhrmacher Peter Henlein um 1500 gebaut (die berühmten Nürnberger Eierlein). Die Geschichte der Armbanduhr beginnt, abgesehen von einigen Vorläufern, um 1880. Mit der Wende zum 20. Jahrhundert erreichte man eine weitere Stufe technischen Fortschritts, die es nun ermöglichte, die Mechanik auf noch engerem Raum unterzubringen. Es gelang, das Uhrwerk so zu komprimieren, dass es möglich wurde, es ohne Probleme an einem Armband zu befestigen. Durch diese praktische Anwendungsmöglichkeit der neuen Erfindung stellte man fest, dass die Armbanduhr auch für das Berufs- und Arbeitsleben durchaus brauchbar war. Daher kann man behaupten, dass es nicht modische Gründe, sondern die Erfordernisse des Arbeitsalltags waren, die den Einzug der Armbanduhr erst ermöglichten. Der Zeitraum zwischen 1910 und 1930 lässt sich als "Experimentierphase" der Armbanduhr beschreiben.
Dies ist auch deutlich an den teils extravaganten Formen der Armbanduhren zu erkennen. Schließlich setzten sich Formen durch, die eher funktionell geprägt waren. In den folgenden Jahren wurde bereits die erste voll funktionsfähige automatische Armbanduhr in Serie gefertigt. Allerdings wurden die Armbanduhren in den ersten Jahren lediglich von Frauen getragen. Die entscheidende Wende brachte der Erste Weltkrieg. Es sollen Artillerieoffiziere gewesen sein, die den entscheidenden Vorteil einer Uhr am Handgelenk erkannten: diese musste nicht erst umständlich aus der Tasche gezogen werden. In der Folge wurden die Armbanduhren auch bei Männern immer populärer. In insgesamt 50 Jahren hatte somit die Armbanduhr die Taschenuhr so erfolgreich verdrängt, dass diese noch bis heute oft als "nostalgische Erscheinung" betrachtet wird.
Autor: Thomas Brigl Inhaber des Webshops für Armbanduhren, Uhrmacherwerkzeug und Uhrenbeweger www.prinzeps.de.
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