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Literaturverbote in den USA? Zugegebenermaßen, das ist eine provokative Frage. Aber es ist eine Frage, die hochaktuell ist und schon in der Vergangenheit Thema war. Anlass zu diesem Beitrag ist der Vortrag von Herrn Univ. Prof. Dr. Helmut Pfanner, der am 13. Juni 2006 in Bregenz, Österreich über die Bühne gehen wird. (Veranstaltungshinweis: Literaturverbote in den USA) Zur Person Helmut Pfanner: Helmut Pfanner verfasste zahlreiche Literaturkritiken und Bibliographien, darunter zu Hanns Johst, Oskar Maria Graf, Karl Jakob Hirsch und Alfred Döblin. Pfanners Arbeitsschwerpunkte sind die Zeit des Nationalsozialismus und des Exils.
Seiner Meinung nach ist das Thema ‚Exil’ ein Schatz der Literatur – Gedanken, fremde und alte Einflüsse, neue Gesellschaften, das Hinter-sich-lassen, die Ungewissheit der Zukunft – das alles sind Faktoren, die Einzigartiges in der Literaturwelt geschaffen haben. Pfanner sieht in dieser ‚Literaturform’ aber noch mehr: die Möglichkeit das Seelenleben von Exilanten zu erforschen, ihre Sorgen und Bedürfnisse, ihre sich verändernden Werte, ihren Zwiespalt zwischen nationaler Integrität und persönlichem, ethnischen Hintergrund. Pfanner beleuchtet gerne die Hintergründe jener Autoren und Autorinnen und empfiehlt dies den LeserInnen es ebenso zu tun: Exil-Schriftsteller haben meist unfreiwillig ein Land verlassen oder sind geflohen.
Man möge politische, ethnische oder ideologische Gründe annehmen, und da die meisten entstandenen Werke dieser Periode starken autobiographischen Gehalt haben, ist die Erfahrung der Flucht und die (innere) Auseinandersetzung mit dem wie immer gearteten Feind ein Kernthema. Werke dieser Art sind daher stets auch aus einer ideologischen Perspektive zu beurteilen. Pfanner empfindet Schriftsteller im Exil vor allem als Mediatoren zwischen Kulturen, der Einfluss ist gegenseitig und ergänzend. Das von Pfanner verwendete Zitat Alfred Döblins: "Als ich wieder kam, da - kam ich nicht wieder" ist Programm. Die Rückkehr in die ‚Heimat’ aus dem Exil war geprägt von Befremdung, von veränderter Umwelt, Pfanner spricht vom ‚getrübten Blick der ExilantInnen. Univ. Prof. Dr. Pfanner wurde 1933 in Hohenweiler, Vorarlberg geboren, studierte aber in den USA Pädagogik, Anglistik und Germanistik. Nach der Promotion 1965 in Stanford lehrte er an diversen Universitäten in den USA, unter anderem auch an der Vanderbilt University in Nashville. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Literatur des deutschsprachigen Exils. Mark Buzinkay http://www.buzinkay.net/blog.html
Name: Mark Buzinkay E-Mail: office@buzinkay.net
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