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Familienstellen ist eine Disziplin innerhalb der Esoterik und Lichtarbeit. In ihrer Urform hat die Arbeit mit szenischen Darstellungen und Aufstellungen in der Familientherapie eine lange Tradition. Zurückzuführen ist das Familienstellen beispielsweise auf therapeutische Techniken, wie sie in der Familienskulpturarbeit oder im Psychodrama entwickelt wurden. In größeren Kreisen bekannt wurde die Technik aber erst durch die von Bert Hellinger praktizierte Form, aus der sich mittlerweile viele verschiedene weitere Formen entwickelt haben. Das Familienstellen ist weniger eine Therapie als eine mystische Technik, weswegen sie eindeutig dem Bereich Esoterik Seminare zuzuordnen ist. Ziel ist es, verborgene, unterbewusste Verflechtungen mit dem Schicksal der eigenen Familie oder einzelner Familienmitglieder sichtbar zu machen und an die Oberfläche zu befördern, selbst bei Familienangehörigen, die man gar nicht kennt, oder die bereits tot sind. So sollen Beziehungsprobleme oder psychosomatische Symptome gelöst und behandelt werden. Konkret funktioniert das Familienstellen so: In einer Gruppe wählt sich der Proband andere, für ihn fremde Personen aus der Gruppe aus, die stellvertretend stehen für einzelne Familienmitglieder.
Der Proband wählt sich zum Beispiel eine Frau aus, die seine Mutter darstellen soll, einen Mann für seinen Vater usw. Auch für sich selbst wählt der Proband eine Person aus. Diese Personen führt der Proband zu einem bestimmten, von ihm gewählten Platz im Raum, er stellt sie sozusagen auf, daher auch der Name Familienstellen. Nun geht man davon aus, dass die fremden Personen dieselben oder ähnliche Gefühle empfinden, wie die Personen, die sie eigentlich repräsentieren. Der Mann, so die Auffassung, würde plötzlich ähnlich empfinden wie der Vater des Probanden, den er ja darstellt. Auch Körperhaltung oder Eigenarten der eigentlichen Personen sollen so auf die fremde Person überspringen. So sollen dann im Rollenspiel die verborgenen Verflechtungen des Probanden mit Familienangehörigen an die Oberfläche geraten. Man muss dazu sagen, dass die Ergebnisse aus einer – zudem meist sehr teuren - Sitzung mit dem Familienstellen höchst spekulativ sind und eher an ein Orakel erinnern. Es ist sehr zweifelhaft, die gewonnenen Erkenntnisse aus einer Sitzung ernst zu nehmen und gar aufzuarbeiten.
Hinzu kommt, dass viele Gruppenleiter offen zugeben, dass sie der Meinung sind, dass die Arbeit durch „Geistwesen“, „Engel“ oder „Lichtwesen“ unterstützt wird. Hier geraten wir bereite in den Bereich des Okkultismus. Es ist daher davon abzuraten, das Familienstellen zu nutzen. Sinnvoller ist es, seriöse Seelsorge aufzusuchen oder einfach mit den Familienangehörigen direkt zu sprechen. Wenn das nicht möglich erscheint, helfen auch offene Gespräche mit Personen, denen man vertraut. Einen „Seelenstriptease“ mit gänzlich fremden Personen abzuziehen, wie es beim Familienstellen geschieht, kann schnell nach hinten losgehen und mehr schaden als nutzen.
Name: Eckart Haase E-Mail: info@christliche-autoren.de
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