Welche Strategien gibt es gegen Qualitätsmängel?


Strategien gegen Mängel an Gütern gibt es natürlich, seit der Mensch begonnen hat Güter zu produzieren.[1] Eine organisierte Qualitätssicherung wurde allerdings erst notwendig mit dem Aufkommen industrieller Herstellungsverfahren, die dem einzelnen Arbeiter die direkte Verantwortung für die Qualität des ganzen Produktes aus der Hand nahm, weil dieser nur in bezug auf den eigenen Arbeitsgang Einfluß auf die Qualität eines Produktes nehmen konnte.[2] Diese Situation führte dazu, daß die hergestellten Produkte am Ende des Produktionsproßesses auf ihre Tauglichkeit geprüft wurden. Bei dieser Art der Qualitätssicherung spielen statistische Verfahren eine große Rolle. Weil oft die Überprüfung aller hergestellten Produkte zu teuer sein würde, wird aufgrund von Sichproben auf die Qualität ganzer Lose geschlossen. Diese Methode kann ebenfalls zur Beurteilung von fremdbezogenen Gütern herangezogen werden. Mit der steigenden Wertschöpfung pro hergestelltem Produkt wurde die obige Form des Qualitätsmanagements zu teuer, so daß das Augenmerk stärker auf die Ursachen von Qualitätsmängeln gerichtet wurde, um Mängel gar nicht erst auftreten zu lassen.[3]  Für ein solches Qualitätsmanagement gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um die Ursachen zu identifizieren und auszumerzen. Mit Hilfe von Regressionsanalysen können Beziehungen zwischen verschiedenen Einflußgrößen und Produktmerkmalen identifiziert werden.[4] Auch andere Methoden wie die Fehlermöglichkeitsanalyse, die Einbeziehung der Mitarbeiter im Rahmen eines Continous Improuvement Programs (CIP), Mitarbeiterschulungen und zahlreiche andere Methoden verfolgen das Ziel Qualität von vornherein (u.U. von der Produktentwicklung bis hin zur Leistungsverwertung) sicherzustellen. Die steigende Wichtigkeit der Qualität in der letzten Zeit hat dazu geführt, daß die oben aufgeführten Instrumente des Qualitätsmanagements in vielen Unternehmen um das sog. Total Quality Management (TQM) ergänzt wurde. Hierbei handelt es sich nicht um ein zusätzliches Managementinstrument, sondern vielmehr um ein allumfassendes Führungsinstrument, das helfen soll, das Qualitätsbewustsein und die Motivation bei allen Mitarbeitern zu fördern.[5] Der Aufbau von Qualitätssicherungssystemen wird seit den letzten beiden Jahrzehten auch immer häufiger von der Kunden der Unternehmungen gefordert, die ihre Lieferanten an hand dieser Systeme beurteilen und auswählen könen. Seit 1987 gibt es sogar einen Normenwerk der International Standart Organisation (ISO). Dieses auch in Deutschland geltende Regelwerk (DIN/ISO-9000er Serie) enthält Regeln zur Installierung von Qualitätssicherungssystemen und Nachweismodalitäten.  



[1] Vgl. Rinne (1991), S. 10  

[2] Vgl. A.D.Liddle???, S. 11  

[3] Vgl. A.D.Liddle, S. 11.   

[4] Vgl. A.D.Liddle, S. 69.  

[5] Vgl. A.D.Liddle, S. 75. 

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