Was ist eigentlich Kreatin und welchen Nutzen hat der Hobby-Sportler davon?


Kreatin ist ein Bestandteil des Muskelfleisches. Der Name ist von Kreas, dem griechischen Wort für Fleisch, abgeleitet. 95 Prozent des sich im menschlichen Körper befindenden Kreatins sind in den Muskeln eingelagert, der Rest ist auf Gehirn und Herz verteilt. Die Substanz wurde erstmalig 1834 in Frankreich als Bestandteil der Fleischbrühe entdeckt. Heute weiß man, dass Kreatin Muskeln aufbauen, die Kondition verbessern und sogar die Gehirnleistung steigern kann. Die Menge des täglichen Kreatinbedarfs liegt bei etwa zwei Gramm. Ungefähr die Hälfte davon bildet der Körper selbst. Das geschieht in der Leber, in der Bauchspeicheldrüse und in der Niere. Die andere Hälfte muss über die Nahrung zugeführt werden. In tierischen Nahrungsmitteln ist der Kreatingehalt höher als in pflanzlichen. Besonders viel Kreatin kommt in Fleisch und Fisch vor. Dass die Zufuhr von Kreatin von außen das Kreatinvorkommen in den Muskeln erhöht, ist bereits seit 1926 bekannt. Aber erst in den 90er Jahren entwickelte sich Kreatin zu einem vielverwendeten Nahrungsergänzungsmittel. Die zusätzliche Einnahme von Kreatin, über den regulären Tagesbedarf hinaus, empfiehlt sich besonders für Amateur- und Berufssportler, die Kraftsport betreiben. Bei Ausdauersportarten ist Kreatin wirkungslos, weil die Energie für diese Art der sportlichen Leistung durch die Verbrennung von Zucker, Fett und Kohlehydraten entsteht. Jedoch bei Sportarten, die durch mehrere Belastungshöhepunkte mit dazwischenliegenden Ruhephasen gekennzeichnet sind, wie beispielsweise Gewichtheben, kann Kreatin eine leistungssteigernde Wirkung erzielen. Das Kreatin selbst ist bei sportlichen Aktivitäten nicht der unmittelbare Energiespender, sondern die Energie für die Muskelarbeit wird aus Adenosintriphosphat (ATP) gewonnen. Nach der Muskelanspannung wird das ATP in Adenosindiphosphat (ADP) umgewandelt. Um anschließend wieder neue Energie zu erhalten, muss das ADP in ATP zurückverwandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt das Kreatin. Es erneuert die ATP-Vorräte. Die zusätzliche Kreatinzufuhr kann einen Muskelzuwachs bewirken. Besonders stark zeigt sich der Effekt bei Menschen, die normalerweise wenig Fleisch und Fisch essen. Bei diesen lässt sich oft über den Muskelaufbau hinaus eine verbesserte Gedächtnisleistung feststellen. Nebenwirkungen einer hochdosierten Kreatinaufnahme können Gewichtszunahme und Durchfall sein. Die Einnahme von Kreatin-Nahrungsergänzungsmitteln über einen Zeitraum von höchstens acht Wochen gilt jedoch als unbedenklich. Dabei sollten etwa eine Woche lang 20 Gramm Kreatin täglich eingenommen werden und in der folgenden Erhaltungsphase nur noch zwei bis drei Gramm pro Tag.

Name: Winfried Strauss
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