Fahren lernen nur ein Spaß? Junge Fahranfänger: Endlich unabhängig! Mit Freunden immer und überall dorthin fahren zu können, wo es beliebt. Der Spaß an Geschwindigkeit und Technik und die Eltern können zuhause bleiben, brauchen nicht mehr in tiefer Nacht das Kind abholen. Der junge Mensch entschließt sich den Führerschein gerade dann zu erwerben, wenn er sich in der Phase Selbstfindung und Ablösung vom Elternhaus befindet. Meist noch bevor der Schulabschluss vollzogen ist. In dieser Zeit ist die Ausbildung in der Fahrschule und die andere Art des Lernens eine große Herausforderung an den jungen Fahranfänger. Der berechtigte Wunsch und der Zwang zur Mobilität führt dazu, dass es nun einfach unerlässlich ist die Fahrerlaubnis zu erwerben. Davor haben die Götter den Schweiß gesetzt! Und die Ausbildung in einer neuen Schulform: der Fahrschule. Dort lernt der Schüler aus einer Verzahnung aus theoretischer und praktischer Ausbildung wie er sich sicher, verantwortungsbewusst und umweltbewusst als Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr zu verhalten hat. Es ist also mehr zu lernen als nur die psychomotorischen Fähigkeiten das Auto auf der Straße zu halten.
Geschwindigkeit und Eigenschaften des Fahrzeuges und die Komplexität des Verkehrsgeschehens fordern neue Bewegungs- und Wahrnehmungsmuster. Es sollte sich während der Ausbildung ein sicheres Gespür und Verhalten für Verkehrsmoral, soziale Kompetenz und Umweltbewusstsein entwickeln. Die Ausbildung zielt vor allem auf die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins, der Toleranz, des partnerschaftlichen und selbstkritischen Verhaltens. Dazu müssen eine Menge neuer Gesetze und Verordnungen gelernt werden. Und am Ende der Fahrschulzeit, wenn die gesamte Ausbildung beendet ist, steht die Führerscheinprüfung. Für viele die erste große Prüfungssituation in ihren Leben. Ein guter Fahrlehrer weiß dies und vermittelt auch Strategien gegen Prüfungsangst. Wenn dann die Prüfung erfolgreich war und der Führerschein ausgehändigt wird, steht der junge Fahranfänger am Anfang eines lebenslangen Lernens. Leider führt Selbstüberschätzung häufig zu Unglückfällen.
Dies weiß der Gesetzgeber seit langer Zeit und hat dem Rechnung getragen, in dem der junge Fahranfänger noch eine zweijährige Probezeit absolvieren muss. Das Konzept des Begleiteten Fahrens ab 17 Jahren, soll die jungen Fahranfänger nun schon mit 17 Jahren durch umfassende praktische Erfahrungen und Einübungsmöglichkeiten dazu bringen noch verantwortlicher und umsichtiger als Verkehrsteilnehmer ein Fahrzeug zu führen. Erste positive Ergebnisse scheinen dies zu bestätigen. Dennoch machen junge Fahranfänger zwischen 17 und 24 Jahren die Gruppe der Verkehrsteilnehmer mit den meisten Verkehrstoten aus. Dies liegt an den sogenannten Diskounfällen, jedes Wochenende sterben Jugendliche nach der Disko während der Heimfahrt. Ursache ist Selbstüberschätzung, Alkohol und Drogen. Die Anzeigen von Drogendelikten haben steigende Tendenz, nicht zuletzt durch immer bessere Drogenschnelltest-Verfahren. In der Unfallstatistik machen sie rund ein Fünftel der Unfallursache aus. Tendenz steigend.
Wenn nun ein junger Fahranfänger dem Trugschluss erliegt, Drogen gleich welcher Art, gehören zum Leben dazu, wird er über kurz oder lang damit rechnen müssen in eine Fahrzeugkontrolle zu kommen. Die Folge ist der Entzug der Fahrerlaubnis. Den Führerschein bekommt er nur nach erfolgter positiver Medizinisch Psychologischer Untersuchung (MPU) wieder. Danach verlängert sich die Probezeit auf insgesamt vier Jahre. Dem Betroffenen wird bei Entzug des Führerscheins geraten, die Zeit bis zur MPU mit einer MPU Vorbereitung zu nutzen, um sich mit den Gründen des Führerscheinentzugs zu beschäftigen. Sehr sinnvoll ist das Nutzen einer fundierten MPU Vorbereitung, um Informationen über die Wirkung von Alkohol und andere Drogen beim Verkehr zu erfahren und neue Strategien zu lernen. Oft werden Drogen benutzt, um sich nicht mit Problemen zu konfrontieren. Das löst diese Probleme allerdings nicht, sondern schafft noch ein paar neue. Daher werden bei der MPU Vorbereitung mit dem Klienten neue Strategien gelernt, Probleme konstruktiv zu lösen.
Autoren: Karl-Heinz Matz (khmatz@aol.com), Norman Ehlert